unser ensemble

Wir sind zur Zeit sieben Laienschauspielerinnen im Alter von 44 bis 59 Jahren, die schon viele Jahre ihr Hexensüppchen kochen und es einmal im Jahr auf dem Marktplatz hoch oben auf dem Berge zu Witzhelden an groß und klein zur Verkostung reichen.

Drei Mal haben wir schon mit einer Theaterpädagogin einen Workshop durchgezogen, aus denen wir viele neue Ideen mitnehmen konnten. Manches Mal haben wir schon Sketche auf privaten Feiern und öffentlichen Festen aufgeführt, haben bei Gemeinschaftsveranstaltungen in der evangelischen Kirche mitgewirkt und sind als Gruppe im Witzheldener Erntedankzug mitgegangen.

Und natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, uns außerhalb der Proben in gemütlichen Runden oder zu kulturellen Veranstaltungen zu treffen, um dann wieder fit zu sein für die nächsten Arbeitsstunden, in denen ein neues Stück Hexenkunst entsteht.

Dank des Anschlusses an die evangelischen Kirche steht uns im Familienzentrum ein Raum für unsere Proben zur Verfügung. Unsere Treffen beginnen gemütlich, gehen dann in Auflockerungsübungen über und münden oft in turbulenten Proben. Manchmal muss auch das Temperament einzelner Mitspielerinnen gezügelt werden.

Viel Spaß haben wir, wenn wir entsprechende Musik aussuchen, Kostüme entwickeln und Requisiten, sowie Dekorationen für das Bühnenbild zusammenstellen. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass wir bei Aufführungen immer nur die Ladefläche eines LKW's und eine kleine Vorbühne haben.

Zur Performance unserer Tänze holen wir uns Rat bei Fachkräften, die dann die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie sehen was wir daraus gemacht haben. Nichtsdestotrotz bereiten die Tänze uns und den Zuschauern viel Spaß.

Oft sind wir soweit, dass wir alles verwerfen möchten, oder wir gestalten Szenen komplett anders oder besetzen Rollen wieder neu. Dabei führen alle gleichberechtigt Regie (und das klappt). Und am Ende steht immer eine schöne Theateraufführung mit einer ureigenen Interpretation, die allen Generationen gefällt.

Für unser Süppchen nehmen wir:
- drei Liter Spielfreude
- als Grundlage ein Märchen, Kinderklassiker oder eine bekannte Geschichte und entstauben sie
- kochen alles cirka ein halbes Jahr
- drehen es durch den Fleischwolf, bis es nur noch einen geringen Wiedererkennungswert hat
- verquirlen einen Messbecher Improvisation
- würzen es mit einer ordentliche Prise Lokalkolorit
- fügen eine Handvoll deftige Musik bei
- verfeinern zur besonderen Note das Ganze mit einem Tanz
- geben drei bis fünf Esslöffel wohl platzierte Seitenhiebe dazu
- je nach Geschmack werden noch ein bis zwei Gastschauspieler verwurstelt
- und garnieren das Ganze, wenn vorhanden, mit strahlendblauem Himmel und Sonnenschein

Wir hoffen, dass das pikante, würzige, anregende, frischgekochte Hexengebräu allen schmeckt und seine Zauberkraft auf das Publikum überspringt. Unser Süppchen ist immer ein Gemeinschaftswerk. Es dauert lange, bis wir uns auf einen Stoff geeinigt haben, dann aber entwickeln wir unsere Stücke selbst, tippen unsere Ideen in den Laptop und feilen immer wieder aufs neue am Gerüst.

Die Rollenanzahl wird meist auf die Anzahl der Hexen zugeschnitten. Zuweilen müssen einige Doppelrollen übernehmen, oder wir engagieren kurzerhand unsere Ehemänner oder Gastschauspieler.